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PORTFOLIO

01.01.2016

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n-ost mit Sitz in Berlin ist Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung, Text- und Bildagentur und Medien-NGO. n-ost betreibt das Online-Magazin ostpol. bringt Journalisten, Osteuropa-Experten und Medieninitiativen aus über 40 Ländern zusammen. Die Mitglieder verbindet ihr europäischer Blick und das Interesse, die Berichterstattung aus Osteuropa zu stärken. LFI sprach mit Stefan Günther, Leiter des n-ost-Bildbereichs, über fotografische Klischees und die Strategien des Fotojournalismus in Zeiten politischer und medialer Krisen.

Was war der Anlass für die Gründung von n-ost?


n-ost the Network for Reporting on Eastern Europe wurde 2006 gegründet. Die Gründungsidee war den großen geografischen und politischen Raum Osteuropa in den deutschen und westeuropäischen Medien stärker zu spiegeln – sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Zunächst ein reines Textnetzwerk steht n-ost inzwischen auch für intensive fotografische Beschäftigung mit dem Thema Osteuropa.

Wie arbeitet n-ost?

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, arbeitet n-ost auf mehreren Ebenen: n-ost ist ein Netzwerk von Journalisten, Fotografen und Experten, die in oder über Osteuropa arbeiten. n-ost ist zweitens eine Text-/Bildagentur, die deutschen und westeuropäischen Medien Reportagen, Fotostrecken, Multimediastücke u.v.m. anbietet und die Fotografen und Textjournalisten in ganz Osteuropa vermitteln kann. Wichtige Geschichten oder Projekte publizieren wir zudem selbst in unserem Online-Magazin ostpol. Als Medien-NGO organisieren wir schließlich Projekte, mit denen wir Journalisten vernetzen und qualifizieren und Recherche – insbesondere investigative Recherchen – fördern. Wichtige Projekte sind etwa unsere Medienkonferenzen und unser jährlich vergebener Preis für herausragende Reportagen in deutschsprachigen Medien in den Kategorien Text, Foto und Radio.


Was zeichnet guten Fotojournalismus aus?


Für uns zeichnet sich guter Fotojournalismus vor allem dadurch aus, dass die Bilder und Bildprojekte eine gewisse Tiefe in der Beschäftigung mit dem Thema haben. Gerade Bilder aus Osteuropa sind noch sehr stark klischeebelastet – entweder ist alles arm und schrecklich oder es wird extrem romantisiert. Darum arbeiten wir nicht nur mit deutschen, sondern auch mit osteuropäischen Fotografen zusammen, die ihr Land anders sehen können, und generell mit Fotografen, die ihre Arbeit und das Medium Fotografie immer wieder kritisch hinterfragen.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Ende November fand unsere jährliche n-ost Medienkonferenz statt. Nach vielen Jahren in jeweils anderen osteuropäischen Städten fand sie zum ersten Mal, unter dem Titel „Translating Worlds“, wieder in Berlin statt. Der Bild-Experten-Workshop „Beyond the Frame“ war ein Teil der Konferenz. Dokumentarfotografen, Redakteure und Künstler aus Osteuropa, der Türkei und Deutschland diskutierten über mögliche Strategien des Fotojournalismus in Zeiten politischer und medialer Krisen. Der kanadische Fotograf Donald Weber gab zu diesem Thema einen Input. Wir werden dieses Format hoffentlich fortsetzen können, um mit konkreten, beispielhaften Bildprojekten zur Diskussion über die zukünftige Bedeutung und Ausrichtung des Fotojournalismus beizutragen. Außerdem wird es Anfang nächsten Jahres einen Relaunch unseres Onlinemagazins ostpol geben. Auch das wird zu einer weiteren intensiven Auseinandersetzung mit dem Medium Bild, zur Produktion von umfangreichen Bildprojekten und der Zusammenarbeit mit tollen Fotografen beitragen.

Was sind Eure lang- bis mittelfristigen Ziele und Wünsche?

Für den n-ost-Bildbereich arbeiten wie daran, noch mehr Fotoprojekte in Zeitungen und Magazinen oder in eigenen Medien zu publizieren. Außerdem werden wir hoffentlich noch mehr eine Plattform werden, die die verschiedenen Ebenen der bildmedialen Akteure verknüpft.

www.n-ost.org
www.photo.n-ost.org
Florian Bachmeier (Deutschland) arbeitet häufig in Albanien, der Ukraine und Rumänien. Er hat den gesamten Prozess des Umsturzes und Krieges in der Ukraine fotografisch begleitet. Veröffentlichungen in der „Zeit“, im „Spiegel“, diversen Onlinemagazinen und Tageszeitungen
Denis Sinyakov (Russland/Schweden) fotografiert Reportagen, auch in Kriegsgebieten wie Tschetschenien. Veröffentlichungen im „Spiegel“, in „Cicero“ und diversen russischen und internationalen Medien
Ekaterina Anokhina (Russland) konzentriert sich auf künstlerische und Reportagefotografie. Für n-ost nahm sie etwa eine Porträtserie junger Moskauer auf, die dazu in kurzen Zitaten ihre persönliche Sicht auf die gesellschaftlichen Veränderungen in Russland schildern
Merlin Nadj-Torma (Deutschland) fotografiert Langzeitreportagen wie „Here is everything 22 stars“ über Flüchtlinge an der serbischen Grenze, mit der sie bereits 2012 begann

Stefan Günther

Nach einer Ausbildung zum Tischler Designstudium in Potsdam, Abschluss mit einem Fotodiplom bei Prof. Gisela Scheidler. Während des Studiums Mitarbeit bei einem der renommiertesten Architekturfotografen Deutschlands. Danach selbstständiger Fotograf in Berlin mit den Schwerpunkten Architektur und Reportage. Seit 2011 Aufbau und Leitung des Bildbereichs bei n-ost.
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