UNSERE WEBSITES
Deutsch
Warenkorb
Artikel hinzugefügt
Zur Kasse

PORTFOLIO

15.04.2015

|
Share:
Der aus Bangkok stammende Fotograf Sopon Chienwittayakun reist immer wieder durch asiatische Länder, um Augenblicke der Vergänglichkeit einzufangen. Sein Thema sind Menschen und die Landschaften, in denen sie leben. Ende 2012 zog es ihn an die Ufer des Inle-Sees, wo er, ausgerüstet mit einer M9-P und einer M6, einem Elmarit-M 21 mm und einem Summarit-M 50 mm, einzigartige Impressionen von den Intha-Fischern als beindruckende Kompositionen voller Kontraste eingefangen hat. Eine Auswahl seiner Bilder finden Sie in der LFI 3/2015.


Sie fotografieren Menschen vorzugsweise in Schwarzweiß, Landschaften hingegen oft in Farbe. Die Bildsprache unterscheidet sich hier stark. Was sind die Gründe dafür und was ist der fotografische Ansatz

Ich fotografiere Menschen vorzugsweise in Schwarzweiß, denn ich glaube, dass das bessere Abbild der menschlichen Seele ist. Wenn alle Farben aus dem Bild entfernt sind, bleibt nichts als das reine Gefühl. Anderseits sind meine Landschaftsaufnahmen farbig. Die warmen Töne der Dämmerung, leuchtende Blätter, goldener Sand, blauer Himmel oder türkisfarbenes Meer sind nur in Farbe richtig zu vermitteln.
Das künstlerische Vermögen wurde mir nicht in die Wiege gelegt, aber ich hatte schon immer einen Blick für schöne Dinge, etwa für besondere Situationen oder das Spiel von Licht und Schatten. Ich nahm an verschiedenen Foto-Workshops teil, insbesondere zum Thema Street Photography, die mir gute Grundlagen vermittelt haben. Mein fotografischer Ansatz ruht auf zwei Säulen. Die eine ist die Möglichkeit, meine Kamera schnell zu bedienen, schnell genug, um den richtigen Moment einzufangen. Wenn ich einen interessanten Rahmen finde, fange ich eigentlich schon an zu schießen, bevor der richtige Moment mit dem richtigen Protagonisten sich tatsächlich gefunden hat. Ich habe so meine Fähigkeiten, gut arrangierte Kompositionen zu entwickeln, geschärft. Ich habe mit der Zeit gelernt, Licht besser einzuschätzen. Und das ist sehr wichtig, denn gutes Licht ist eines der wesentlichen Elemente, um ein gutes Foto zu machen.
Die zweite Säule ist meine innere Einstellung. Am Anfang war ich sehr zögerlich, Fotos von Fremden zu machen, weil ich nicht einschätzen konnte, wie sie reagieren würden. Aber dann habe ich mir selbst gesagt, ich mache hier eine gute Sache, und habe gute Intentionen. Mit einem netten Lächeln und Höflichkeit hat es dann aber funktioniert. Ich arbeite ständig daran, diese Einstellung weiter zu verfeinern. Der Rest ist dann nur das Warten auf den richtigen Moment, die perfekte Geste oder den vollkommenen Blick.


Als praktizierender Buddhist haben Sie einen anderen Blick auf die Welt. Was für einen Einfluss hat das auf Ihre Fotografie? Beeinflusst das Fotografieren seinerseits Ihre Sicht auf die Welt?

Ich weiß nicht, ob ich das richtig erklären kann. Ich bin praktizierender Buddhist und eine der Lehren des Buddhismus besagt, dass sich stets alles verändert. Es gibt nichts in dieser Welt, das für immer bleibt. So bin ich zufrieden, wenn ich den Alltag aufmerksam verfolge und Zeuge dieser stetigen Veränderung werde und Momente des ständigen Wandels einfangen und festhalten kann. Ich hole also so oft wie möglich meine Ausrüstung heraus, um wertvolle Augenblicke an verschiedenen Orten aufzunehmen. Auf diese Weise entschleunigt das Fotografieren, lässt mich nachdenken und gleichzeitig die Dinge um mich herum genauer beobachten. Es macht mich glücklich, Menschen oder Landschaften an ganz unterschiedlichen Ort für immer zu bewahren.


Wie geht es weiter, Welche Projekte haben Sie in Planung?

Vor kurzem habe ich angefangen, Menschen auch in Farbe zu fotografieren. Ich habe dabei bemerkt, dass das das Auslösen verlangsamt, denn ich muss noch genauer überlegen, wie die Farbe das ausgewählte Sujet, das Szenario beeinflusst. Das ist noch fordernder als das Fotografieren in Schwarzweiß, dabei muss ich nur an den richtigen Moment, die Emotion, die Komposition und das Licht im Auge behalten.
Derzeit befasse ich mich mit der Dokumentarfotografie. In meinem ersten Projekt geht es um kulturelle und soziale Bezüge. Hier bin ich noch in einem Entwicklungsprozess. Ich betrachte es als ein langfristiges Projekt. Es ist ein neues Element in meinen Leben und ich hoffe, dass es einen positiven Einfluss auf die Welt haben wird. Drückt die Daumen und betet für mich, dass ich mit dem Projekt bis Ende 2016 fertig werde. Bitte verlangt nicht all zu viele Details von mir. Dafür ist es noch zu früh.

Sopon Chienwittayakun

1975 in Bangkok geboren, Marketingstudium an der Thammasat-Universität in Bangkok, er leitet jetzt das Familienunternehmen CVK Products Co., Ltd. Als Fotograf ist er Autodidakt. Publikationen u. a. in Wings und www.artphotofeature.com Ausstellung Personal

www.flickr.com/photos/gimio
Link teilen:
via E-Mail Mail
BLEIBEN SIE AUF DEM LAUFENDEN MIT DEN LFI NEWS CHANELS: LFI APP ZUM DOWNLOAD:
lfi
auf facebook
lfi
newsletter
lfi
app
Schließen