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21.03.2018

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Ende 2017 fotografierte der Schweizer Niels Ackermann/Lundi13 in der kriegsgeplagten Donbass-Region in der Ostukraine.
Ursprünglich für einen journalistischen Auftrag, hat er auch eine Serie mit dem Huawei Mate 10 Pro fotografiert. Die Serie trägt den Titel Artikel 51, in Bezug auf den Artikel der Genfer Konvention, der besagt, dass es verboten ist, während militärischer Operationen Zivilisten zu erschießen. Wir haben mit ihm über die Serie und die Vor- und Nachteile der Smartphone-Fotografie gesprochen.

Wie sind Sie zum Fotografieren in der Donbass-Region gekommen?
Um ehrlich zu sein, mag ich keine Kriegsreportagen und habe versucht, das Thema in de letzten Jahren in der Ukraine zu vermeiden. Als ein Journalist mich für sein Projekt ansprach, die Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zu begleiten und das Leben der Dörfer entlang der Frontlinie zu dokumentieren, stimmte ich zu. Mein Ziel war es, visuell anders über Krieg zu sprechen und auch die üblicherweise depressive Rhetorik zu vermeiden, sondern mehr auf Problemlösung und die Rückkehr in den Alltag zu setzen.

Wie ist die Serie mit den Einschusslöchern entstanden?
Die Geschichte an sich ist viel größer als nur diese kleine Serie von Bildern mit Einschusslöchern. Die Serie entstand eher zufällig. Ich sah, das hinter einem dieser durchlöcherten Zäune ein brandneues Fenster mit einem Plastikrahmen und einer frisch gestrichenen Wand war. Ich begann dann zu fotografieren, was hinter anderen Löchern in der gleichen Gegend war: ein Hund hier, ein Auto dort, ein kleiner Baum, die Tür eines Hauses, etc.

Warum haben Sie mit einem Smartphone fotografiert?
Huawei kam vor einiger Zeit mit dem Mate 10 Pro auf mich zu. Ich habe es ausprobiert und es hat mir sehr gut gefallen. Also wollte ich sehen, wie weit ich dem Smartphone gehen könnte.
Die Serie mit den Einschusslöchern ist wie gesagt nur ein kleiner Teil des Berichts, aber nachdem ich die ersten Bilder mit meiner üblichen Kamera aufgenommen hatte, war ich genervt von der fehlenden Tiefenschärfe. Man fotografiert etwas sowohl sehr nah als auch sehr weit entfernt. Bei einem Vollformatsensor benötigt man ein sehr geschlossenes Objektiv. Telefonsensoren sind viel kleiner, was die Schärfentiefe erhöht. Das war der Hauptgrund, warum ich dieses Set mit dem Telefon gemacht habe.

Wie finden Sie die Erfahrung des Fotografierens mit einem Mobiltelefon im Allgemeinen?
Das Coolste an der Smartphone-Fotografie ist für mich, dass man alles auf einem Gerät erledigen kann: Aufnehmen, Retuschieren und Senden / Hochladen. Man kann alles machen, ohne einen Computer zu benutzen, ohne etwas übertragen zu müssen. Das ist ein Zeitgewinn.

Ich mag auch die Diskretion. Die Leute sind so daran gewöhnt, dass jeder mit einem Smartphone Fotos macht, dass man nicht mehr anders ist als irgendjemand sonst. Das hilft, Bilder zu machen, ohne Aufmerksamkeit zu erregen.
Leider sehe ich immer noch ein paar Nachteile. Die Bildqualität hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, und die Fähigkeit, raw Dateien zu schießen, ist unbezahlbar. Ich bin auch erstaunt, was man mit dem künstlichen Bokeh machen und wie man es personalisieren kann, aber manchmal fehlt es immer noch an Realismus, und ich hoffe, dass sich die Algorithmen in den kommenden Jahren weiterentwickeln werden.
Ich freue mich, dass sich Unternehmen wie Leica in diesem Bereich engagieren und mit einem Unternehmen wie Huawei zusammenarbeiten, das sich wirklich auf die Weiterentwicklung der Smartphone-Fotografie konzentriert. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob wir eines Tages eine komplette Reportage mit der gleichen Qualität aufnehmen können, die wir mit einem DSRL / Entfernungsmesser bekommen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Telefone immer mehr zu einem unverzichtbaren Werkzeug werden, um Bilder zu erstellen, die wir mit normalen Kameras nicht machen können oder wollen.

Was sind Ihre nächsten Projekte?
Ich möchte weiterhin in der Region arbeiten. Artikel 51 ist nur eine kleine Geschichte, aber es gibt noch viel mehr zu erzählen. Wenn ich zeigen kann, wie entscheidend die Zivilbevölkerung für den Wiederaufbau, für die Verbesserung ihrer Situation und vielleicht auch für die ersten Schritte zum Frieden ist, dann wäre ich glücklich.
Ich arbeite auch an verschiedenen Geschichten außerhalb der Ukraine, hauptsächlich im Bereich Politik und Kultur, von denen viele in den kommenden Monaten erscheinen werden.
© Niels Ackermann
© Niels Ackermann
© Niels Ackermann
© Niels Ackermann
© Niels Ackermann
© Niels Ackermann
© Anna Ackermann

Niels Ackermann

Niels Ackermann wurde 1987 in Genf in der Schweiz geboren. Er lebt und arbeitet sowohl in Genf als auch in Kiew in der Ukraine. Er begann 2007 für die Schweizer und internationale Presse zu arbeiten während er Politikwissenschaften an der Universität Genf studierte. L'Ange Blanc, seine Reportage über die Jugend nach Tschernobyl, brachte ihm viele Auszeichnungen, darunter den Prix Rémi Ochlik-Ville de Perpignan und den Swiss Press Photo Award. Das Projekt Looking For Lenin, bei dem er mit Sebastien Gobert auf der Suche nach dem gefallenen sowjetischen Idol die Ukraine durchquerte, wurde erstmals in Arles ausgestellt und tourt nun durch mehrere Länder wie Großbritannien, Russland, die Schweiz und den Libanon. Seine Arbeiten wurden auf Festivals und Ausstellungen in China, Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz gezeigt.

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