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PORTFOLIO

16.01.2015

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Der japanische Fotograf Kosuke Okahara zeigt mit seinem Fotoprojekt „Ibasyo“ in persönlichen Texten und eindringlichen Bildern die Leben sechs junger Japanerinnen, die in der Selbstverstümmelung den einzigen Weg sehen, mit ihren Problemen umzugehen.

Ihre Geschichten veröffentlichte der Fotograf in einem Buch – von dem es allerdings nur sechs Exemplare gibt, die nicht zum Verkauf stehen.
Seit sieben Monaten reisen die Bücher um die Welt, weitergereicht unter Freunden oder verliehen an Interessierte. Das Besondere: Die zweite Hälfte des Buches sind Blankoseiten, auf denen Leser ihre Gedanken und Empfindungen notieren können. Wenn sie voll sind, will Okahara jeder seiner Protagonistinnen ein Exemplar schenken, um ihnen zu zeigen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein sind.

Wie kamen Sie auf die Idee für das Projekt?

Um ganz ehrlich zu sein habe ich für eine normale Veröffentlichung keinen Verlag gefunden. Daher sparte ich Geld, um das Buch im Selbstverlag veröffentlichen zu können. Ich sprach mit verschiedenen Druckereien und bekam einen Eindruck für die Arbeitsabläufe und Preise. Langsam beschlichen mich Zweifel, ob Veröffentlichen und Verkaufen der richtige Weg für dieses Projekt wäre … Während ich die Mädchen fotografierte, fiel mir eine Gemeinsamkeit zwischen ihnen auf: Sie alle hatten Schwierigkeiten, ihr Selbstbewusstsein zu behaupten oder überhaupt erst zu entwickeln, meist aufgrund traumatischer Ereignisse, die sie im Laufe ihres Lebens durchlitten. Aber wenn die Mädchen merken würden, dass es da draußen auch Menschen gibt, die Anteil an ihrem Leiden nehmen, könnte ihnen das vielleicht helfen, ihr Selbstbewusstsein wiederzufinden.

Hat alles so funktioniert wie erwartet?

Ziemlich gut sogar. Zuerst habe ich ein paar Bekannte in verschiedenen Ländern angeschrieben, denen ich vertraue. Ich habe sie gefragt, ob sie den Anfang machen wollen und alle stimmten zu. Manche schlugen mir sogar die nächsten potenziellen Kandidaten vor. Dann begann ich mit der Arbeit an der Website zum Projekt. Bald bekam ich die ersten E-Mails von weiteren Interessenten. Ich fragte mich, wie ich es schaffen könnte, auch Menschen außerhalb des Fotografieszene für das Projekt zu begeistern. Aber das Problem löste sich von allein: Einige Leser hatten selbst Depressionen überwunden oder waren Eltern von Mädchen, die auch eine schwere Zeit durchmachten. Ich finde es wichtig, dass ich mit dem Projekt die Situation der Mädchen auch an Menschen herantrage, die sich in einer ähnlichen Lage befinden. Schließlich sind diese sechs Mädchen mit ihren Problemen nicht allein auf der Welt.

Welcher der Kommentare hat Sie ganz besonders berührt?

Eigentlich sind die Kommentare privat und ich bitte die Leser nicht, mir zu sagen, was sie geschrieben haben. Die meisten der Kommentare habe ich noch nie zu Gesicht bekommen, und ich denke, so sollte es auch sein. Aber es gab auch einige Menschen, die mir von sich aus Bilder ihrer Beiträge schickten. Wieder andere malten etwas auf die freien Seiten oder klebten Bilder in das Buch – das ist alles sehr bewegend. Für mich ist jede Art der Anteilnahme gleichbedeutend. Es ist nichts mit dem Computer Geschriebenes, sondern greifbar und spürbar. Immer wieder bin ich überrascht, wie herzerwärmend und ergreifend die Kommentare sind.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.ibasyobook.com.
© Kosuke Okahara
© Kosuke Okahara
© Kosuke Okahara
© Kosuke Okahara
© Kosuke Okahara
© Kosuke Okahara
© Kosuke Okahara
Kosuke Okahara - Ibasyo
Kosuke Okahara - Ibasyo
Kosuke Okahara - Ibasyo

Kosuke Okahara

Geboren 1980, aufgewachsen in Tokio. Studium der Pädagogik, danach Arbeit als freier Fotograf. Für seine Arbeit erhielt er zahlreiche Preise, darunter die W. Eugene Smith Fellowship 2010 und den Getty Images Grant for Editorial Photography 2012.

www.kosukeokahara.com
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