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PORTFOLIO

22.12.2015

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Die atmosphärisch dichten Aufnahmen des französischen Fotografen Frédéric Stucin sind Teil der Filmhandlung in Les Châteaux de Sable. Indem Stucin – ganz profan formuliert – seine Fotografien zum Filmprojekt beisteuerte, hat er der Protagonistin Eléonore auch seinen eigenen künstlerischen Stil, seinen eigenen Blickwinkel, seine eigene Bildsprache und vor allem aber eine eigene Authentizität gegeben. Entstanden sind die Aufnahmen mit einer M Monochrom der ersten Generation. Ein Gespräch über filmische Erzählweisen und die Melancholie des Schwarzweißen.

Lesen Sie den kompletten Artikel in der LFI 1/2016.

Wie kam es zu dem Projekt?

Der Regisseur Olivier Jahan und der Drehbuchautor Diastème waren auf mich zugekommen und hatten mir die Zusammenarbeit vorgeschlagen. Es reizte mich, zu ihrem neuen Filmprojekt beizutragen. Am Anfang war Fotografie das wesentliche Thema des Films und wir dachten darüber nach, wie man der Persönlichkeit der Hauptfigur Eléonore durch ihre Leidenschaft mehr Tiefe verleihen könnte. Schließlich wirkt das Thema Fotografie aber wie ein Prisma, das eine Situation in Teile zerlegt und neu zusammenfügt, was der Handlung eine zweite Ebene verleiht: Es verkrümmt die Gegenwart und bekräftigt die Vergangenheit.


Der Film Chateaux de Sable erzählt von einer jungen französischen Fotografin, die nach dem Tod ihres Vaters dessen Haus in der Bretagne verkaufen will. Zu ihrer seelischen Unterstützung bittet sie ihren Exfreund, sie bei diesem Vorhaben zu begleiten. War die Tatsache, dass die Hauptfigur Fotografin ist, für Sie mit ausschlaggebend, an dem Filmprojekt mitzuarbeiten?

Nein, der tatsächliche Grund dafür war, dass ich durch dieses Projekt die Gelegenheit hatte, bei einer Filmproduktion mitzuwirken und meine künstlerische Arbeit dabei zwei Zwecken diente: zum einen, um die Filmerzählung zu unterstützen, also Jahans Regiearbeit zu unterfüttern, zum anderen, um meine eigenen künstlerischen Themen voranzutreiben. Während der Zusammenarbeit haben Jahan und ich uns ständig ausgetauscht, beide von unseren jeweiligen Kameras unterstützt. So zu arbeiten war eine andere Herausforderung und Erfahrung. Ich musste an die großen Meister Chris Marker und Michelangelo Antonioni denken, an Markers Am Rande des Rollfelds (1962) und an Antonionis Blow Up (1966). Das sind Bezüge, von denen ich immer geträumt hatte. Nun, in einem völlig anderen Kontext, habe ich selbst die Erfahrung dieser Erzählweise gemacht.


Der Film wurde in Farbe gedreht – warum habe Sie in Schwarzweiß gearbeitet?

Bei meinen freien Projekten arbeite ich immer in Schwarzweiß. Das gehört zu meinem persönlichen Stil. Wichtiger in diesem Zusammenhang ist aber, dass man mit Schwarzweißaufnahmen die Zeit anhalten kann. Schwarzweißbilder verstehen wir ganz unbewusst und sie rufen in uns ein melancholisches Grundgefühl hervor. Auf ganz natürliche Art und Weise unterstreichen diese Aufnahmen die Filmerzählung. Sie zeigen die Schwierigkeit der Hauptfigur Eléonore, ihre Vergangenheit, die sie im Haus ihres Vaters einholt, neu zu begreifen, und ihren Weg in eine freundlichere Zukunft zu finden.

Ihre Aufnahmen sind atmosphärisch sehr dicht, sehr genau komponiert und jede einzelne scheint wiederum eine eigene Geschichte zu erzählen. Warum arbeiten Sie eigentlich als Fotograf und nicht als Filmregisseur?

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt. Einen eigenen Film zu drehen, würde mich tatsächlich sehr reizen. Meine Art als Porträtfotograf zu arbeiten, ist der eines Filmregisseurs sehr ähnlich. Es geht immer darum, jemanden eine Rolle spielen zu lassen und zugleich seine Persönlichkeit zum Vorschein zu bringen.

Fréderic Stucin

Fréderic Stucin, 1977 in Nizza geboren, lebt in Paris. Studium der Fotografie an der École national supérieure Louis Lumière. Zahlreiche Porträts von Künstlern, Autoren und Politikern. Derzeit arbeitet er an einem Projekt in Las Vegas und, im Rahmen des Projekts La France Vue d’Ici, über den Pariser Bahnhof Gare Saint-Lazare.

www.fredericstucin.com
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