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25.08.2021

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„Wenn man in Farbe arbeitet, muss man anders komponieren. Wenn man in Farbe fotografiert, muss sie an erster Stelle stehen.“ So einfach diese vom Fotografen in einem Interview gemachten Aussagen auch klingen, so ungewöhnlich war der Zeitpunkt für ihn, sich ganz der Farbe zu widmen. Als der 1941 in Antwerpen geborene Gruyaert seine mittlerweile viele Jahrzehnte umspannende Karriere startete, war es eben alles andere als selbstverständlich, mit der Farbe nicht nur Werbung, Illustration oder Mode zu fotografieren. Es galten noch andere Gesetze: Die ernsthafte Dokumentarfotografie und auch der Bildjournalismus waren bis in die 1980er-Jahre fast ausschließlich schwarzweiß. Zwar hatte die amerikanische „New Color Photography“, die sich seit den 1970er-Jahren formierte, die Farbe für sich entdeckt, aber in Europa war man gegenüber der neueren Farbästhetik noch deutlich reservierter. Das musste auch Gruyaert erfahren, als er sich 1982 bei der renommierten Bildagentur Magnum bewarb. „Einige Fotografen argumentierten, es wäre das Ende von Magnum, wenn sie mich akzeptierten“, erinnert sich der Fotograf. Aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar, aber auch Magnum hat sich verändert, und vielen Fotografen der folgenden Generation, die ganz selbstverständlich farbig fotografierten, hat Gruyaerts kreativer Farbeinsatz den Weg geebnet.

Die Farbaufnahmen von Harry Gruyaert faszinieren – ob aus Marokko, Indien, Ägypten, den USA oder aus seinem Heimatland Belgien. Selten erzählt er in seinen Bildern konkrete Geschichten. Er versteht sich vor allem dem Genre der Street Photography zugehörig, doch bei ihm geht es zumeist nicht um einen spontanen Moment und auch weniger um zufällig erfasste Menschen, sondern um das Zusammenspiel aller im Motiv vorhandenen Dinge und Gegenstände. Licht, Schatten, klare Formen und vor allem die reiche Farbpalette verdichten jede Aufnahme zu einem feinen Stillleben. Seine Bilder beeindrucken, auch wenn sie bereits vor Jahrzehnten entstanden sind. Sie wirken zeitlos. Und sie machen glücklich.

Alles Gute zum Geburtstag, verehrter Harry Gruyaert! (Ulrich Rüter)

Im aktuellen LFI-Magazin 6/2021 präsentieren wir Harry Gruyaert als Leica Klassiker mit einem umfangreichen Portfolio.
Porträt Harry Gruyaert, 2002 © Magnum Collection/Magnum Photos/Agentur Focus
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