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04.04.2019

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Erste Aufmerksamkeit erhielt das Werk Berrys durch seine Aufnahmen aus Südafrika. 1952 war er dorthin emigriert, erlernte die Fotografie und arbeitete für Roger Madden, einem südafrikanischen Fotografen, der u.a. auch bei Ansel Adams assistiert hatte. Früh lernte er auch Jürgen Schadeberg kennen, der bereits 1950 nach Johannesburg gekommen war. Weltweite Aufmerksamkeit erzielten Berrys Aufnahmen des Sharpeville-Massakers, bei dem am 21. Mai 1960 in der Township Sharpeville der friedliche Protest von Tausenden südafrikanischen Schwarzen gegen das Apartheidregime von der Polizei brutal niedergeschlagen wurde und 69 Menschen starben. Berrys Aufnahmen dienten später auch als Beweismittel bei gerichtlichen Auseinandersetzungen.

Arbeitete er zunächst für Tageszeitungen und Magazine, darunter so wichtige Publikationen wie das Drum Magazin, wurde die selbständige Arbeit später wichtiger. 1962 verließ er Südafrika, zog nach Paris und wurde von Henri Cartier-Bresson eingeladen, sich der Agentur Magnum anzuschließen. Seit 1967 ist er Vollmitglied der Agentur. 1964 erfolgte der Umzug nach London, hier wurde er erster Vertragsfotograf für das Observer Magazine.

Als engagierter Bildjournalist zählt Berry zu den wichtigsten Vertretern einer humanistischen Fotografie. Seine Aufträge führten ihn um die ganze Welt, so dokumentierte er die russische Invasion in die Tschechoslowakei, die Konflikte in Israel, Irland, Vietnam und dem Kongo, die Hungersnot in Äthiopien, er berichtetet über die politischen und sozialen Veränderungen in China und der ehemaligen UdSSR. Seine Aufnahmen erschienen in zahlreichen bedeutenden Magazinen, darunter National Geographic, Fortune, Stern, Geo, Esquire, Paris-Match und Life. Berry hat zahlreiche Bücher veröffentlicht (u.a. The English, London 1978 und Living Apart: South Africa under Apartheid, London 1996) und wurde mehrfach ausgezeichnet. Treffend hat der britische Kurator Martin Harrison in seiner Charakterisierung von Berrys Werk insbesondere „die bemerkenswerte Leichtigkeit, mit der er die Sozialdokumentation mit psychologischer Intensität und lyrischem Realismus verbindet,“ hervorgehoben.

Leica ehrte den Fotografen 2012 mit einer schwarzlackierten Leica M9-P. Diese besondere Kamera, in die der Name des Fotografen eingraviert ist, wurde im November 2018 bei der Wiener Westlicht-Fotoauktion dann immerhin für 18.000 Euro versteigert. Und auch die älteren Leica Modelle des Fotografen haben längst ihre Liebhaber gefunden.

In einem Interview für den britischen „Guardian“ zitierte Berry vor ein paar Jahren seinen Mentor Henri Cartier-Bresson: „Wenn ich jedes Jahr ein gutes Foto mache, geht es mir gut." Auch wenn Berry glaubt, dass Cartier-Bresson Recht hatte, ist seine eigene Ausbeute mit Blick auf die Fülle des Lebenswerks doch erfreulich höher ausgefallen. Herzlichen Glückwunsch, Ian Berry!

Magnum Photos
Bild © René Burri / Magnum Photos / Agentur Focus
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