Eclipse, First Quarter

Daniel Huete

7. September 2020

Wohin geht das Licht, um zu entkommen? Auf der Suche nach Antworten machten sich Daniel Huete und Natthaya Thaidecha auf den Weg, die Ungewissheit aufzulösen, die zwischen Schmerz und Angst in ihrem Unterbewusstsein verborgen ist.
In den letzten Jahren haben Daniel Huete und Natthaya Thaidecha verschiedene Phasen ihres „Seins“ durchlebt und persönliche Schlachten geschlagen, die sie sonst immer gemieden haben. Das Ergebnis sind die Aufnahmen des Projekts Eclipse: Fotos, die ursprünglich nicht Teil eines größeren Plans waren, sondern zunächst nur als Mittel dienten, um zu erfahren, wer sie sind. Am Ende konnte dieses Projekt sogar Trost in der Kunst des grenzenlosen Bildermachens spenden.

Was würden ihre Aufnahmen zum Betrachter sagen, könnten sie sprechen?
Nun, für mich werfen diese Bilder bereits Fragen auf, allen voran „Was ist das?“ Das soll neugierig auf die Geschichte machen. Wir möchten den Betrachtern Raum geben, sich alles Mögliche vorzustellen und zu hinterfragen.

Sie meinten, dass Sie Trost in der Kunst des Bildermachens gefunden haben. Könnten Sie das näher ausführen?
In dieser speziellen Zeit bin ich gerade von meiner Arbeit an meinem Heimatprojekt in Spanien nach Thailand zurückgekehrt, in dem es um meine Erinnerungen, meine Kindheit und den Tod meiner Mutter geht. Bei Eclipse geht es um Angst und Trauer und darum, sich ihr stellen zu können – auch wenn man sich davor fürchtet. Es geht um eine Dunkelheit, die vorübergehend ist.

Sie haben dieses Projekt zusammen mit einer anderen Fotografin unter dem Namen Bad Eyes realisiert. Wie war diese Zusammenarbeit?
Ich lebe derzeit in Bangkok. Es gibt dort viele großartige lokale Fotografen und Künstler! Ich habe mich entschieden, mit Natthaya Thaidecha zusammenzuarbeiten, weil ihre Herangehensweise an die Bildkreation eine besondere Frische, einen unstrukturierten Stil und einen speziellen Flow in die Arbeit eingebracht hat – genau das, was ich damals brauchte, um weitermachen zu können. Bad Eyes ist ein Kollektiv, in dem wir als Fotografen agieren, um unsere Perspektiven und unseren Platz in der Welt zu vermitteln. Wir nutzen es auch als Selbstverlag und betreiben einen kleinen Blog, in dem wir Geschichten erzählen, die sich darauf beziehen, wer wir sind.

Werden noch weitere Teile dieser Serie folgen?
Das ist ein Projekt mit offenem Ende. Wir haben darüber gesprochen und wir denken, dass es visuell vielleicht nicht mehr dasselbe sein wird, aber es werden mit Sicherheit noch mehr Geschichten folgen.
Danilo Rößger
ALLE BILDER AUF DIESER SEITE: © Daniel Huete
EQUIPMENT: Leica M-P (Typ 240) mit Elmarit-M 1:2.8/28 Asph und Tanaka Tanar Kogaku 1:2/5cm

Daniel Huete+-

Daniel Huete Profile photo(Self-Portrait)
© Daniel Huete

Daniel Huete wurde 1989 in Spanien geboren. Im Alter von 17 Jahren verließ er Spanien und ging in die USA. Nur ein Jahr später zog er nach Asien, wo er seit über zehn Jahren lebt. Gegenwärtig ist Huete in Bangkok ansässig und konzentriert sich auf fotografische Projekte im Zusammenhang mit Angst, Tod und Identität. Mehr

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