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PORTFOLIO

06.11.2020

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Mit ihren nächtlichen Aufnahmen will die kanadische Fotografin Dzesika Devic auf sehr subjektive Weise Geschichten erzählen: Was geschah an dem Tag, der der Nacht vorausging? Ihre Arbeiten vermitteln ein Gefühl von Ruhe und Glück in der Einsamkeit.

LFI: Wie ist die Serie entstanden? In welchem Gemütszustand waren Sie damals?
Dzesika Devic: Die Serie ist aus verschiedenen Gründen entstanden. Ich konnte eine Zeitlang nur schwer schlafen, sodass mein Mann und ich spät in der Nacht oder sehr früh am Morgen Auto fuhren oder spazieren gingen. Ich fühlte mich auch sehr ängstlich, wenn ich tagsüber Menschen auf der Straße fotografierte. Es gab eine lange Zeit, in der ich zu schüchtern war, und so gab mir das nächtliche Fotografieren den Trost zu wissen, dass ich trotzdem immer noch in der Lage war, etwas zu erschaffen. Der Prozess, diese Orte zu finden und mir Zeit für die Zusammenstellung der Fotos zu nehmen, ermöglichte mir auch, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Die Szenerien sahen für mich aus, als enthielten sie noch Überreste und Geschichten vom Tag zuvor. Ich fragte mich, was an diesem Tag geschehen war. Es gibt ein Gefühl stiller Zufriedenheit in den Nachtszenen, zu denen ich mich besonders hingezogen fühle.


Welche Kamera haben Sie benutzt?
Eine Leica M (Typ 240). Das Design der Kamera und der große Sucher ermöglichen es mir, genau die Komposition zu erschaffen, die mir vorschwebt. Diese Kamera verleiht dem Foto eine fast dreidimensionale Anmutung, die ich mit einer anderen Kamera nicht erreichen kann. Mein Objektiv ist ein Summicron-M 1:2/35, das zu den wenigen Objektiven gehörte, die 1969 in der Leitz-Niederlassung in Midland, Ontario, gefertigt wurden. Vor allem dieses Objektiv trug zu einem ganz neuen fotografischen Stil bei. Bei einer Aufnahme mit offener Blende sind die Ränder innerhalb des Fotos eher unscharf und erzeugen einen Geisterbild-Effekt. Für meine Serie machte ich mir die „Unvollkommenheiten“ zunutze, die diesem Objektiv innewohnen.

Haben Sie handwerkliche Hinweise für das Fotografieren bei Nacht?
Haben Sie keine Angst, den ISO-Wert zu erhöhen. Körnung ist nichts, wovor Sie sich fürchten müssen. Selbst wenn die Szene extrem dunkel ist, können Sie, solange Sie eine Lichtquelle haben und entsprechend belichten, ein anständig scharfes Foto ohne Stativ erstellen. Scheuen Sie sich auch nicht, zu experimentieren! Manchmal gibt es keine Lichtquelle. Wählen Sie lange Verschlusszeiten, und wenn Sie die Kamera nicht ruhig halten können, nutzen Sie die Unschärfe. Sie könnten zu einem Ergebnis kommen, das Sie so gar nicht geplant haben.
 
(Interview: Denise Klink)

Alle Bilder © Dzesika Devic, aus der Serie: At Night We Awaken
© privat

Dzesika Devic

Die junge Fotografin wurde in Ontario geboren und lebt jetzt in Toronto, Kanada. Die Autodidaktin fotografiert, je nach Situation und Stimmung, analog oder digital. Im Jahr 2007erhielt sie ihre erste Kamera und begann sich für das Fotografieren alltäglicher Dinge, von Porträts und auf Reisen zu interessieren. Seither ist ihre Faszination stetig gewachsen. Ihre Arbeiten umfassen eine Vielzahl von Themen und verschiedene Medien, aber durch alle zieht sich wie ein roter Faden das Erzählen von Geschichten.

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