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18.05.2022

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Sie zählt zu den großen und außergewöhnlichen Fotografinnen unserer Zeit. Als feinsinnige Beobachterin auf ihren vielen Reisen um die halbe Welt, aber auch als Chronistin ihrer Wahlheimatstadt Wien hat sie ein unvergleichlich vielschichtiges Werk zusammengetragen.

Einblicke in ihre Arbeit als Theaterfotografin wird die Ausstellung im Wiener Theatermuseum bieten, die sie gerade noch unter Hochdruck vorbereitet. Dass sie aber auch eine genaue Kennerin der Wiener Dachlandschaften ist, belegt der bereits im letzten Jahr erschienene Bildband Über der Welt und den Zeiten. Umsichtig und vor allem schwindelfrei hat sie die Dachlandschaften der Wiener Ringstraßenarchitektur erkundet, neue Perspektiven und bisher nicht wahrgenommene Beziehungen der vielen Figuren der Monumentalarchitektur hervorgehoben. Ihre Fotografie erwächst immer aus dem Interesse am Gegenüber, ob es nun aus Stein oder Marmor ist oder ob sie Menschen begegnet. Diese Neugier und der Wunsch, über die Kommunikation mit anderen die Welt besser zu verstehen, haben ihre Arbeit immer bestimmt, waren letztlich der Auslöser dafür, dass sie Fotografin wurde. Da sie ausgebildete Grafikerin ist, „ist die Fotografie zu mir gewachsen und wurde dann bestimmend in meinem Leben“, berichtet sie im Gespräch.

Die Fotografie hat ihr insbesondere auf den vielen Reisen immer wieder neue Perspektiven eröffnet. „Im Grunde sind wir ein Leben lang auf Reisen. Wir überschreiten ständig unsere eigenen Grenzen hin zu den Grenzen der anderen. Dabei gilt: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wir sollten wissen, wie ausschnitthaft alles ist, was wir beurteilen“, so die Fotografin. „Reportagearbeit sollte daher immer verantwortungsvolle Arbeit zum Brückenbau sein. Alle Reisen haben mir bewusst gemacht, wie unfassbar vielfältig, kostbar unsere Welt ist und wie die Mächtigen mit ihren einengenden Interessen bis hin zu blinder Gier und der Monotonisierung der Gesellschaft diesen Planeten zerstören.“ Eine Erkenntnis, die insbesondere aufgrund der aktuellen Geschehnisse die Fotografin besonders schmerzen muss. Auf ihren Reisen hat sie sich immer Zeit genommen, hat sich auf die Lebensbedingungen und Alltagsgeschichten ihrer Gegenüber eingelassen. „Als normale Pressefotografin könnte ich nicht agieren. Ich habe das Bedürfnis, mehr erfassen zu wollen, nicht nur ein Abbild.“

Der Betrachter darf sich beschenkt fühlen – von ihrem unverwechselbaren Blick, von den Geschichten, die sie in ihren Fotografien erzählt und von ihrer unnachahmlichen Fähigkeit, Beziehungen herzustellen, emotionale Brücken zu bauen. Wir danken und gratulieren Christine de Grancy sehr herzlich zum heutigen Geburtstag!

Geboren am 18. Mai 1942 in Brünn (heute Brno, Tschechien), studierte Christine de Grancy an der Kunstgewerbeschule die Fächer Keramik, Töpferei und Gebrauchsgrafik. Seit 1963 lebt sie in Wien und war in Werbeagenturen als Grafikerin und Art-Direktorin tätig, bevor sie sich entschloss, Fotografin zu werden. Ihre Reisen führten sie unter anderem nach Griechenland, Japan, Portugal, Algerien, China, Tibet, Pakistan, in die Türkei, nach Georgien, Russland, Niger und Mali. Bevorzugt arbeitet sie in Schwarzweiß – früher vor allem mit einer Leica M6 und einer Leica R7, heute auch digital mit einer Leica M10.
(Ulrich Rüter)

Das Werk von Christine de Grancy wird in der LFI-Ausgabe 4/2022 mit einem umfangreichen Portfolio vorgestellt.

Die Ausstellung „Christine de Grancy: Sturm und Spiel“ im Theatermuseum Wien läuft vom 3. Juni bis 7. November 2022.

Der Bildband Über der Welt und den Zeiten ist 2021 im Wiener Verlag Die2 erschienen.


Bild: Die Fotografin 2014 bei der Retusche eines großformatigen Ausstellungsprints (Mutter und Tochter, Republik Niger 2000). © Gabriela Brandenstein
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