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PORTFOLIO

05.07.2019

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Dank riesiger Mengen des Leichtmetalls Lithium in der Salzpfanne Salar de Uyuni sieht Boliviens Regierung goldene Zeiten kommen. Aber der Weg in die globale Wirtschaftselite ist noch lang. Cédric Gerbehaye im Gespräch über den Abbau eines vielversprechenden Rohstoffs an einem der imposantesten Orte der Welt.

LFI: In Ihrem letzten Portfolio in der LFI haben Sie den Silberbergbau in Potosí, Bolivien, vorgestellt. Jetzt dokumentieren Sie den Lithiumabbau in Uyuni. Wie sind Sie auf dieses Thema gekommen und warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, es der Welt zu zeigen?

Cédric Gerbehaye: Meine Arbeit in Potosí erlaubte mir eine historische Einordnung. Sie führte mich zu den Ursprüngen der Förderung natürlicher Ressourcen in Südamerika, aber auch zu den Ursprüngen des Kapitalismus. Mit dem Kapitel über Lithium möchte ich mich nun der Zukunft nähern. Um es mit den Worten von Jim Schultz, dem Direktor des Centre for Democracy, zu sagen: „Bolivien muss einen noch undefinierten globalen Markt anstreben, aber auch den Ausbau der Infrastruktur sowie der technischen und wirtschaftlichen Kapazitäten vorantreiben. Das Land versucht, aus einer Region, in der das Warmwasser nur eine Stunde am Tag funktioniert, ein Industriezentrum zu machen, das mit Japan und den USA konkurrieren kann. Das wird nicht einfach sein.“

Wie sieht der Alltag der Arbeiter in der Salar de Uyuni aus?

Die Arbeit ist komplexen Regeln unterworfen. Wer dort arbeitet, muss sich sorgfältig vor der starken Sonnenreflexion von Salz und Sole schützen. Außerdem arbeiten die Bergleute 28 Tage durch, um dann eine Woche nach Hause fahren zu können. Die meisten von ihnen leben weit entfernt und es dauert lange, bis sie bei ihren Familien sind.

Was ist der wichtigste Punkt, den Sie in diesem Projekt hervorheben möchten?

Der Abbau von Lithium ist sowohl Spiegel als auch ein Hebel für die fortschreitende Globalisierung. Das alles wirft Probleme im Hinblick auf das Ressourcenmanagement auf, aber auch in puncto Gleichberechtigung, Rechte und gesellschaftliche Entscheidungen. Der Bergbau beeinträchtigt die Umwelt und die Gesellschaft, was wiederum potenziell eine Ursache für Menschenrechtsverletzungen und Konflikte sein kann. Andererseits spielen mineralische Rohstoffe eine wichtige Rolle in der Dynamik von Handelsbeziehungen und Konflikten. Schließlich haben sie großen Einfluss auf globale Transformationen und stellen so einen wichtigen Ausgangspunkt für die Untersuchung aktueller Fragen dar.
(dar)

Lesen Sie mehr über die Arbeit von Cédric Gerbehaye in LFI 5/2019.

Alle Bilder auf dieser Seite © Cédric Gerbehaye
Equipment: Leica Q, Summilux 1:1.7/28 Asph
© Stephan Vanfleteren

Cédric Gerbehaye

Der 1977 in Belgien geborene Fotojournalist konzentriert sich auf Konflikte mit weltweiten Auswirkungen. Für den foto-grafischen Essay Congo in Limbo erhielt er mehrere Preise, u. a. den World Press Photo Award. Sein Langzeitprojekt über die Ausbeutung natürlicher Bodenschätze erscheint demnächst als Buch und geht in einer Wanderausstellung auf Reisen. Gerbehaye arbeitet für die Agentur MAPS images.

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