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BUCHTIPP

24.09.2018

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Endlich liegt nun auch das Buch zu der mittlerweile viel gezeigten Serie des norwegischen Fotografen Terje Abusdal vor. Denn mit seinem Abschlussprojekt an der Danish School of Journalism hat der Fotograf schon große Aufmerksamkeit und zahlreiche Preise erzielt: So war er mit der Serie Slash & Burn der Gewinner des Nordic Dummy Award 2017, jährlich verliehen von Fotogalleriet, Oslo, und unterstützt vom Norwegian Photographic Fund und vom Nordic Culture Fund. Das Projekt stand unter den Finalisten des Luma Rencontres Dummy Book Award und des Unseen Dummy Award und war der Juror’s Pick von Alec Soth bei den Magnum Photography Awards. Vor allem aber war Abusdal mit Slash & Burn der Gewinner des Leica Oskar Barnack Awards 2017, was ihm nicht nur die Prämie von 25 000 Euro, sondern auch eine Kameraausrüstung des Leica M-Systems im Wert von 10 000 Euro einbrachte. Mit Hilfe von Leica wurde die Serie bereits mehrfach (u.a. in Berlin, Paris und Wetzlar) ausgestellt. Ein großer Erfolg also für den 1978 geborenen Fotografen.

Das hohe Interesse an der Serie speist sich dabei nicht nur an dem Thema selbst, sondern vor allem auch an der ungewöhnlichen Bildsprache des Fotografen. Abusdal porträtiert mystisch wie eindrücklich – zwischen Fakten und Fiktion – die so genannten Waldfinnen, eine in Norwegen inzwischen staatlich anerkannte Minderheit. Finnskogen – wörtlich: Finnenwald – ist ein großes zusammenhängendes Waldgebiet an der Grenze zwischen Norwegen und Schweden, wo sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts Bauernfamilien aus Finnland ansiedelten und Waldstücke durch Brandrodung urbar machten. Da das Naturverständnis der Waldfinnen in östlichen schamanischen Traditionen wurzelte, wurde dieses Volk oft mit Zauberei und Mystik in Verbindung gebracht. Abusdals Fotoprojekt bezieht sich auf diese Assoziationen, erforscht aber gleichzeitig – etwa 400 Jahre und zwölf Generationen später – die heutige Identität der Waldfinnen.

Dem Fotografen gelingt es sehr eindrücklich, ein Bild von einer nahezu ausgestorbenen Kultur zu vermitteln. Vor allem aber sind der fotografische Prozess und die Bildbearbeitung ungewöhnlich: um auf das frühere Mittel der Brandrodung zu verweisen, bearbeitet Abusdal einige seiner Prints in der Postproduktion mit Hitze und Feuer. So entfernt er sich weit von einer reinen Dokumentation, viel mehr entwickelt er eine eigenwillige konzeptuelle Bildfolge und lädt die Bilder mit der kulturellen Tradition des bearbeiteten Themas auf.

Im nun vorliegenden Buch wird der Betrachter umso stärker in die komplexe Welt des Fotografen hineingezogen. Es ist eine Reise in ein fiktionales Universum, eine magische Welt: „Wenn man in Serien arbeitet, hat man viel Spielraum. Man kann Bilder zu einer Geschichte zusammenfassen und so eine ganz neue Welt, eine bestimmte Stimmung oder ein bestimmtes Gefühl erschaffen. Ein bisschen wie im Kino,“ so der Fotograf. Für das Buch, das im Kehrer Verlag erschienen ist, hält Abusdal nun eine Vielzahl von zusätzlichen Überraschungen parat: eine Mischung aus historischen und eigenen Bildmotiven, ergänzende Zeichnungen oder auch Materialwechsel verdichten sich zu einem spannenden Trip durch Geschichte und Imagination. (Ulrich Rüter)

Slash & Burn, Texte von Terje Abusdal, Birger Nesholen, Aaron Schuman. Gestaltet von Teun van der Heijden.
180 Seiten, 96 Farb- und S/W-Abbildungen.
19,2 x 24 cm, Englisch
Kehrer
© Marie Sjøvold

Terje Abusdal

Der 1978 im norwegischen Evje geborene Fotograf arbeitet überwiegend an freien Projekten – stets angesiedelt auf dem schmalen Grat zwischen Wahrheit und Fiktion. 2014 studierte er in Aarhus an der Dänischen Schule für Medien und Journalismus Advanced Visual Storytelling und besuchte anschließend mehrere Master Classes bei Simon Norfolk und Aaron Schuman. 2015 veröffentlichte er mit Radius 500 Metres sein erstes Fotobuch. In seinen Arbeiten, die in Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen sind, widmet er sich vor allem der Frage nach Identität und Zugehörigkeit. Terje Abusdal lebt und arbeitet in Oslo.

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