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BUCHTIPP

29.11.2017

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Schwarz kommt das neue Buch der japanischen Fotografin daher: zieht man das gebundene Werk mit schwarzem Seitenschnitt aus der Banderole, so glitzern eingeprägte Glanzpartikel auf dem dunklen Festeinband. Und auch im Buch sind alle Motive von einem schwarzen Rahmen umgeben. Umso kostbarer und stimmungsvoller wirken die von der Fotografin eingefangenen Landschaften und Lichtphänomene.

Halo setzt sich aus drei Bildserien zusammen: die Fotografin reiste in Japans südliche Küstenregion von Izumo, um der Tradition der Entzündung heiliger Flammen beizuwohnen bei der die Götter am Strand von Inasano begrüßt werden sollen. Außerdem war Kawauchi in der chinesischen Provinz Hebei, um eine 500 Jahre alte Tradition zu fotografieren: hier entsteht eine Art einfaches Feuerwerk indem geschmolzenes Eisen gegen die Stadtmauer geschleudert wird. Die dritte Serie zeigt ein Naturschauspiel an der Südostküste Englands, denn hier versammeln sich im Winter Tausende von Staren zu einem einzigartigen Spektakel. Naturphänomene, Dunkelheit und Dämmerung sowie Lichtreflexe verbinden die Serien zu einer Folge unterschwelliger Muster der Natur und menschlicher Rituale, die sich seltsam hypnotisierend auf den mattschwarzen Druckseiten abzeichnen. Blendende Kaskaden des leuchtenden flüssigen Eisens wechseln ab mit ruhigen Motiven, die Mondlicht oder flache Wellen zeigen.

Rinko Kawauchi gehört zu den produktivsten und faszinierendsten japanischen Fotografinnen ihrer Generation. 2001 wurde sie durch die gemeinsame Veröffentlichung von gleich drei Bildbänden auch international bekannt. Seither sind in rascher Folge neun weitere Publikationen entstanden. Auch mit dem jüngsten dreizehnten Buch ist es ihr wieder gelungen, eine durchgängige, geheimnisvolle Atmosphäre zu entwickeln, die das Staunen über die Verbindungen von Irdischem und Himmlischem oder Physischem und Geistigem verknüpft. Noch eine weitere Erfahrung mag durch die Schwere und das Schwarz angedeutet sein, indem man Kawauchis neuesten Bildband auch als ihre Auseinandersetzung mit dem Erdbeben, dem daraus resultierenden Tsunami und der nuklearen Katastrophe von 2011 interpretiert. Dass der Mensch größeren elementaren und kosmischen Kräften unterliegt, entspricht dabei ganz ihrer Weltsicht, die sich auch schon in früheren Projekten abzeichnete. (Ulrich Rüter)


Rinko Kawauchi, Halo.
96 Seiten, 48 Farbabb., Englisch, 22,9 x 31,8 cm, Aperture
www.aperture.org
Rinko Kawauchi: Halo

Rinko Kawauchi

Rinko Kawauchi, geboren 1972, schloss ihr Grafikdesign und Fotografie-Studium 1993 am Seian Junior College of Art and Design ab. 2001 veröffentlichte sie ihre ersten drei Bücher (Utatane, Hanabi und Hanako). Die seither in schneller Folge publizierten zahlreichen Bildbände, vielfache Auszeichnungen und Ausstellungen haben sie zu einer der international bekanntesten japanischen Fotografinnen werden lassen. Sie lebt und arbeitet in Tokio..

www.rinkokawauchi.com
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