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BUCHTIPP

27.06.2018

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Elvis Presley starb im August 1977 im Alter von nur 42 Jahren. Die in Wales lebende französische Fotografin Clémentine Schneidermann entdeckte erstaunlicherweise den Elvis-Kult nicht etwa in Graceland, Memphis, Tennessee, sondern in Wales, ganz in der Nähe ihres Lebensmittelpunkts: In dem walisischen Küstenort Porthcawl wird jedes Jahr das weltweit größte Elvis-Festival zelebriert. Von 2013 bis 2017 begleitete die Fotografin das Festival, dokumentierte die Besucher, ihre Kostüme, die Konzerte und die besondere Atmosphäre dieses Orts.
Dort lernte sie auch den achtjährigen John-Paul kennen, der in einer Bar im Elvis-Outfit auftrat. Sein Künstlername: Johnny B. Goode. Dessen Mutter plante schon länger eine Reise nach Memphis, um einen Wettbewerb für Elvis-Nachwuchsdarsteller zu besuchen. Im Sommer 2016 begleitete Schneidermann die Familie auf ihrer Reise und so erweiterte sich die fotografische Serie auch um Aufnahmen aus dem Elvis-Gedenkzentrum in den USA. Insgesamt versammelt der nun veröffentlichte Bildband – der erste der Fotografin – vierzig Aufnahmen. Die quadratischen Motive zeigen ruhige, berührende Porträts, gemischt mit Aufnahmen von Interieurs und Landschaften. Völlig verzichtet hat Schneidermann auf Bilder von lauten Massenszenen des Spektakels während des Festivals. Vielmehr blickt sie auf einzelne Fans und ihre jeweiligen Rollen im Kontext der Elvis-Erinnerungen. Entstanden ist ein melancholisches Stimmungsbild, voller Empathie für die Protagonisten.
Eine einfache Antwort auf den Elvis-Kult hat allerdings auch die Fotografin nicht gefunden: „Ich werde oft gefragt, warum die Leute Elvis so sehr mögen. Ich war immer auf der Suche nach einer Antwort. Vielleicht gibt es in Wahrheit keinen besonderen Grund. In gewisser Weise scheint es, dass ihre Identitäten irgendwie mit Elvis verschmolzen sind. Seine Musik ist zum Soundtrack ihres Lebens geworden, zum guten oder zum schlechten.“ Ganz am Ende des wunderbar gestalteten Buches wird der Betrachter noch von einem kleinen eingeklebten Booklet überrascht: der „Bonus Track“ mit Johnny B. Goode ist ein charmantes visuelles Reisetagebuch, das während der Reise nach Memphis entstand.
(Ulrich Rüter)

I Called Her Lisa- Marie, 80 Seiten, 40 Farbabbildungen und ein sechzehnseitiges Booklet, 25 x 25 cm, englisch/französisch, Chose Commu
Das Buch kann hier bestellt werden.
© Clémentine Schneidermann
© Alice Zoo

Clémentine Schneidermann

Clémentine Schneidermann wurde 1991 geboren und entdeckte die Fotografie bereits als Jugendliche in den Straßen von Paris. Sie studierte von 2009 bis 2012 Fotografie am Centre d’enseignement professionnel de Vevey in der Schweiz. Von 2012 bis 2014 absolvierte sie ein Master-Studium in Dokumentarfotografie an der Newport University von Wales. 2016 gewann sie mit ihrer Serie The Unbearable, the Sadness and the Rest den Leica Oskar Barnack Newcomer Award 2016. Sie lebt in Cardiff, Wales.

www.clementineschneider.com
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