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BUCHTIPP

25.07.2016

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Dieses Buch ist reich an Bildern. Und es sind Überraschungen dabei, die sicher auch die Kenner des Werkes von Werner Bischof begeistern. Aus Anlass des 100. Geburtstags des großen Schweizer Bildjournalisten, der viel zu früh mit nur 38 Jahren in den peruanischen Anden bei einem Unfall starb, präsentiert dieser hervorragend gestaltete Bildband einen umfassenden Einblick in das Archiv und den Nachlass Bischofs. Denn neben seinem fotografischen Werk haben sich auch die Tagebücher, Skizzen, Vorträge sowie eine umfassende Korrespondenzen mit seinen Eltern, seiner Frau Rosellina, seinen Freunden und natürlich den frühen Mitgliedern der Agentur Magnum, der Bischof bereits 1949 beitrat, erhalten.

Anhand von Kontaktbögen und Originalveröffentlichungen, aber auch seiner Briefe, Notizen und persönlichen Hinterlassenschaften erzählt der Bildband von der persönlichen und beruflichen Entwicklung Bischofs. Die Idee der Herausgeber ist es dabei, ganz frei in den biografischen und künstlerischen Kosmos Bischofs einsteigen zu können. Erst am Ende finden sich dann eine knappe Biografie, sowie Texte zum Werk u.a. von Kristen Lubben, Direktorin der Magnum Foundation in New York und Marco Bischof, der den Nachlass seines Vaters betreut.

Schon der Anfang des Bildbandes überrascht: nicht die legendären Aufnahmen des Bildjournalisten Bischof finden sich hier, sondern seine frühen experimentellen Studioaufnahmen aus Zürich bilden den Prolog zum Buch. Die Fotografien von Muscheln, Pflanzenstudien, abstrakten Formen, filigranen Schatten auf einem Frauenakt zeigen die Karriere des Fotografen vor seiner fotojournalistischen Zeit, als er nach seinem Diplom an der Zürcher Kunstgewerbeschule zunächst ein erfolgreiches Mode- und Werbefotografiestudio führte. Erst durch seine Kriegserfahrungen verließ Bischof seinen „Elfenbeinturm“ um Bildreporter zu werden. Die Verheerungen des Zweiten Weltkriegs standen dabei am Beginn seiner kurzen Karriere, die von Reisen quer durch die ganze Welt geprägt war. Europa, Amerika und immer wieder Asien besuchte Bischof, der mit großer Empathie für seine Zeitgenossen die Welt in all ihren Stimmungen festhielt. Anhand der im Bildband ausgebreiteten Materialien bekommt der Leser Einblick in die Erfahrungen, seine Hoffnung, aber auch in die zunehmende Resignation, die Bischof für seine Tätigkeit empfand. Deutlich wird in der Auswahl der Dokumente die Haltung Bischofs, einem sensiblen Idealisten, der weit mehr als nur die berühmten Bilder, wie das des Flöte spielenden Jungen in Peru hinterlassen hat. Ulrich Rüter

Werner Bischof
Standpunkt
312 Seiten, 135 farbige und 150 Duplex-Abb.
25 x 30 cm, Deutsch
Scheidegger & Spiess
© Werner Bischof / Magnum Photos
© Werner Bischof / Magnum Photos
© Werner Bischof / Magnum Photos
© Werner Bischof / Magnum Photos
© Werner Bischof / Magnum Photos

Werner Bischof

Geboren 1916. 1932-1936 Studium an der Kunstgewerbeschule Zürich. Eröffnung eines Ateliers für Fotografik. 1939 Reise nach Paris, um Maler zu werden, mit Kriegsausbruch zurück in der Schweiz, dort zweijähriger Militärdienst. Ab 1942 fotografischer Mitarbeiter des Schweizer Magazins Du. Ab 1945 Dokumentation über das Nachkriegs-Europa; 1949 Mitglied bei Magnum Photos. Arbeiten für internationale Magazine. 1951 sechsmonatiger Aufenthalt in Indien, danach mit Unterbrechungen einjähriger Aufenthalt in Japan. 1952 Kriegskorrespondent für Paris Match, Reisen nach Indochina, Indien, Ceylon. 1953 viermonatiger Aufenthalt in den USA, 1954 Reise von New York nach Mexiko City. Danach im Auftrag von Magnum und Life unterwegs in Panama, Santiago de Chile und Lima. Am 16. Mai 1954 verunglückt Bischof tödlich, als sein Wagen in den Anden Perus in eine Schlucht stürzt.

www.wernerbischof.com
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