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BUCHTIPP

12.01.2016

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Alles begann 1990 in einem Markthallencafé in Paris. Dort saßen sieben ostdeutsche Fotografen und beschlossen, sich für die Zukunft durch die Gründung einer Agentur zu rüsten. Deutschland in der Wendezeit: Die Mauer war schon gefallen, doch das Land war noch geteilt und keiner wusste genau, wie es weiter gehen, sich das private und berufliche Leben zukünftig gestalten würde. Aus dem Gefühl „alles ist möglich“ (Ute Mahler), entstand die Idee der Agenturgründung. Inspiriert von dem berühmten Fotografen-Kollektiv Magnum Photos entschlossen sich Sibylle Bergemann, Harald Hauswald, Ute und Werner Mahler, Jens Rötzsch, Thomas Sandberg und Harf Zimmermann unter dem Namen „Ostkreuz“ die erste unabhängige deutsche Fotoagentur zu etablieren. Hatten sie bisher ihre besten Bilder für die Schublade gemacht, mussten sie sich nun ganz neuen Herausforderungen des harten Mediengeschäfts stellen. Unzensiert, aber neugierig und auch kritisch beäugt, mussten ihre Arbeiten gegenüber der etablierten Konkurrenz aus dem Westen bestehen. Das erschien in der Gemeinschaft deutlich leichter. Ostkreuz, eine S-Bahn-Station im Osten Berlins schien genau der richtige Name für den mutigen Plan der Fotografen zu sein: von einem Schnittpunkt im Osten Berlins in alle Richtungen zu starten. Der Erfolg gab ihnen Recht, schnell entwickelte sich die Agentur zur renommierten Institution, wurde eine der bekanntesten und erfolgreichsten Agenturen in Deutschland – mit der Besonderheit, dass sie den Fotografen selbst gehört. Daher ist Namenszusatz „Agentur der Fotografen“ bis heute wichtig, denn die Idee einer „Bildermacher-Familie“, die mit Verbindlichkeit und Verantwortung arbeitet, prägt bis heute.

Dass die Agentur auch nach 25 Jahren besteht, ist schon für sich ein Erfolg. Auf die enormen Umbrüche in der fotografischen Welt und die veränderten Bedingungen der Medien hat auch die Agentur vielfach reagieren müssen. Von den Gründern sind noch Harald Hauswald, Ute und Werner Mahler dabei. Heute hat die Agentur 20 Mitglieder; sie kommen aus Ost- und Westdeutschland, verbinden die Erfahrungen von drei Generationen, sind künstlerisch, biografisch und in ihren Arbeitsweisen sehr unterschiedlich. Die Jubiläumspräsentation zeigt diese Vielfalt. Gleichzeitig wird deutlich, was die Mitglieder von Ostkreuz trotz aller Unterschiede verbindet. Der Jubiläumsband zeigt die enorme Bandbreite zeitgenössischer Fotografie; Ostkreuz steht bis heute für eine kritische und eigenständige Haltung, eine engagierte Autorenfotografie, die sich politischen, gesellschaftlichen, sozialen und künstlerischen Fragen stellt und für die Debatte über die Zukunft der Fotografie eine wichtige Institution bleiben wird. 25 Jahre Ostkreuz ist im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern erschienen. Er besteht aus zwei Teilen: zum einen aus einem Heft mit Texten und Arbeiten, die vor der Gründung der Agentur entstanden sind, zum anderen aus einem „Poster“-Teil mit den besten Arbeiten der aktuellen Mitglieder von Ostkreuz. Ulrich Rüter

25 Jahre Ostkreuz
(Hrsg. Ostkreuz – Agentur der Fotografen)
159 Seiten, 166 Abbildungen
26,5 x 36,0 cm, deutsch/englisch/französisch
Hatje Cantz Verlag
© Annette Hausschild / Ostkreuz
© Harald Hauswald / Ostkreuz
© Heinrich Völkel / Ostkreuz
© Marc Beckmann / Ostkreuz
© Sibylle Bergemann / Ostkreuz
© Tobias Kruse / Ostkreuz
© Ute Mahler / Ostkreuz
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