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BEHIND THE SCENES

15.08.2017

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„Noch immer muss man eine Weile fahren, um das flache Ufer zu erreichen. Und das Wasser bleibt flach. Fährt man mit dem Auto am Ufer weiter, tauchen irgendwann die Schiffe auf, die wie gestrandete Wale auf dem Grunde des ausgetrockneten Sees liegen. Wenn man Pech hat, weht ein starker Wind und treibt einem den giftigen Staub in Augen, Nase und Ohren. Ist das der Platz, an dem ein Wunder geschieht? Ja, das ist er. Genau hier.

Einst war der Aralsee der viertgrößte Binnensee der Erde, halb in Kasachstan, halb in Usbekistan. Die Industrie an seinen Ufern florierte und die Menschen lebten vom Fischfang: Die Männer gingen fischen und die Frauen verarbeiteten den Fang in den Fabriken. Dann entwickelte sich genau hier eine Umweltkatastrophe biblischen Ausmaßes. Für die Bewässerung der neu angelegten Baumwollfelder zapften die Sowjets die Zuflüsse des Sees an – mit verheerenden Folgen. Der See trocknete langsam aus, die zehn Prozent verbliebenes Wasser waren so salzig, dass kein Fisch außer der Flunder überlebte.

Zurück blieb Staub, mit Pestiziden versetzt, der die Menschen in seiner Umgebung krankmachte. Wer konnte, floh in die Städte oder ans Meer. Diese Geschichte kannte ich. Dann erzählte mir ein Freund eine andere: Ein Staudamm erweckt den kasachischen Teil des Sees zu neuem Leben – das Wasser kehrt zurück und mit ihm die Fischer. Diese Geschichte sollte erzählt werden, das war mein erster Gedanke. Es waren wir Menschen, die den See zerstört haben, aber es waren auch wir Menschen, die ihn wieder zum Leben erweckt haben. Damit war die Idee geboren, das zu dokumentieren."

Sehen Sie mehr Bilder in der LFI 6/2017.

Fréderic Stucin

Geboren 1965 in Geel, Belgien. Grafikdesign-Studium an den Kunsthochschulen in Brüssel und Hasselt, dann für Agenturen tätig. 2011 widmete er sich verstärkt der Fotografie mit dem Fokus auf Landschaft und Porträt. Sein Studium an der Fotovakschool Amsterdam schloss er 2016 summa cum laude ab. Heute arbeitet er für verschiedene Klienten und Magazine sowie an freien Projekten.

www.lievenengelen.com
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