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PORTFOLIO

29.11.2019

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Mit seiner Serie Roaming zeigt der Profi-Fotograf Bartosz Ludwinski, wie er, sozusagen im Vorbeigehen, Motive für seine Arbeit findet. Ursprünglich wollte er eine Dokumentation über eine von Autowerkstätten und fliegenden Händlern geprägte Straße am Hamburger Stadtrand fotografieren. Aus diesem Projekt wurde nun Roaming: die Chance auf einen Blick durch die Augen des Wahl-Hamburgers.

LFI: Wie finden Sie Ihre Motive? Wie ist Ihre Herangehensweise?

Bartosz Ludwinski: Meine Herangehensweise an die Fotografie hängt immer von den Umständen und dem Kontext ab. Natürlich gehe ich einen Auftrag anders an als eine freie Arbeit. Meine Arbeitsweise ist einem ständigen Wandel durch Optimierungen und neuen Ideen unterworfen. Ich probiere immer wieder mal neue Sachen aus. Ich arbeite sehr intuitiv und versuche, in mich hineinzuhorchen. Ich gehe die Fotografie eher emotional als intellektuell an. Das führt dazu, dass ich meine Motive eher „erfühle“. Chaos und Konflikten ziehen mich an, wobei es sich auch um innere Konflikte handeln kann. Ja, Konflikte im weitesten Sinne sind das, was mich interessiert, egal ob sie einen einzelnen Menschen oder eine ganze Region betreffen. Das können Vororte sein, einzelne Straßen oder Kriegsgebiete. Orte eben, an denen diese Konflikte verhandelt werden.

Was bedeutet für Sie das Hashtag #roaming, das auf Instagram unter vielen Ihrer Bilder steht?

Das Hashtag #Roaming hab ich im Grunde von zwei Freunden übernommen, mit denen ich häufiger unterwegs war,Robin Hinschund Lorenz Hartwig – wir haben nie über die Bedeutung dieses Hashtags gesprochen. Für mich persönlich bedeutet es einfach „umherwandern“. Mir gefällt der Gedanke, allein umherzuwandern und mich treiben zu lassen.

Wie meistern Sie den Spagat zwischen kommerzieller Arbeit und persönlichen Projekten?

Mir gefällt der Gedanke nicht, dass man sich als Fotograf festlegen muss. Genauso wie ich auch nicht nur den einen Charakterzug habe oder die eine Person bin. Für mich sind kommerzielle Arbeiten und persönliche Arbeiten zwei grundsätzlich unterschiedliche Dinge: Bei der kommerziellen Fotografie muss ich die Erwartungen Anderer erfüllen, bei persönlichen Projekten „nur“ meine eigenen oder im besten Falle, gar keine. In meinen persönlichen Arbeiten zeige ich, wofür mein Herz schlägt und wie ich die Welt sehe. Ein Bildredakteur oder Art Buyer kann daraus natürlich Schlüsse für einen Auftrag ziehen.

Wie war es, mit einer Leica Kamera zu fotografieren?

Zunächst einmal, entschleunigend. Für mich ist die Größe der Kamera entscheidend. Da ist die Leica natürlich von Vorteil. Toll war aber auch die Wirkung der Kamera auf meine Umgebung. Optisch ist die Kamera ja nicht unbedingt von einer analogen Kamera zu unterscheiden, wodurch man weniger bedrohlich wirkt als mit einer Spiegelreflexkamera und entsprechendem Objektiv.

Interview: Denise Klink
Bildredaktion: Carol Körting

Alle Bilder auf dieser Seite © Bartosz Ludwinski
Equipment: Leica M-P 240 und M10 mit Summicron-M 1:2/35 Asph
Hamburg, 2019
Billstraße, 2019
Billstraße, 2019
Billstraße, 2019
Billstraße, 2019
Billstraße, 2019
Roaming, 2019
Hamburg, 2019
© Hedi Xandt

Bartosz Ludwinski

Bartosz Ludwinski, geboren 1983 in Stettin, Polen, kam im Alter von 5 Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland, wo er seine Kindheit und Jugend in Münster verbrachte. Nach dem Abbruch seiner Ausbildung zum Fachinformatiker widmete er sich zunehmend der Fotografie, durch seine Tätigkeiten als DJ und Veranstalter dokumentierte Bartosz lange Jahre das deutsche Nachtleben und seine internationalen Persönlichkeiten. Sein herausragendes Interesse an Menschen in spannungsreichen Situationen führten ihn nach Israel und Palästina, aber auch inmitten des umstrittenen Hamburger G20-Gipfels oder in den letzten Tagebau Deutschlands.

Ludwinski lebt und arbeitet in Hamburg. Seine Künstlerportraits und Reportagen erschienen unter anderem im DAS MAGAZIN Verlag, Gruner+!Jahr! oder DIE ZEIT.

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