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PORTFOLIO

10.11.2020

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Auf der Suche nach dem, was die Jugend von Ghana auszeichnet, fertigt Antoine Jonquière bewegende und ungekünstelte Porträts, die die paradoxe Beziehung des Landes zwischen Tradition und Moderne auf den Punkt bringen.

LFI: Worum geht es in Ihrem Projekt?
Antoine Jonquière: Es handelt sich um eine Serie von Porträts, die sich mit der Jugend Ghanas befasst. Während meines Aufenthalts im Jahr 2018 interessierte ich mich zunehmend für die Beziehung, die jüngere Ghanaer zu traditionellen Lebensformen haben, und dafür, wie der Zeitgeist nach der Jahrtausendwende, nach der sie geboren wurden, oft in drastischem Konflikt mit ihrem kulturellen Erbe zu stehen scheint.

Sie beschreiben ein paradoxes Verhältnis zwischen Tradition und Moderne in Ghana. Könnten Sie das näher erläutern?
Ghana ist ein Land mit einer komplexen Vielfalt kultureller Identitäten. Es gibt über 100 ethnische Gruppen und neun Gruppen von Sprachfamilien, offiziell fördert die Regierung elf Sprachen. Jede ethnische Gruppe besitzt ihr System von Überzeugungen, Gewohnheiten und kulturellen Traditionen, das alle Aspekte des täglichen Lebens prägt. Die jüngere Generation lebt dagegen in einer anderen Welt, in der Geschwindigkeit, technologische Verbesserungen, Wirtschaftswachstum und modernes Denken eine große Rolle spielen – oft kollidiert das mit traditionellen Werten und Lebensweisen.

Was sah Ihr fotografischer Ansatz für dieses Projekt aus?
Minimal und geradlinig. Ich wollte, dass meine Protagonisten die Kamera als eine Art Spiegel betrachten, der ihre Identität, ihre Zweifel und Hoffnungen reflektiert und hinterfragt.

Wie haben Sie die Personen und Kulissen gefunden?
Jedes Porträt ist das Ergebnis einer zufälligen Begegnung. Ich bin viel gereist und gelaufen, vor allem im Süden Ghanas. Es ist ein langfristiges Projekt, und ich hoffe, dass ich bald Jugendliche aus dem Norden des Landes fotografieren kann.

Wie sind Sie zur Fotografie im Allgemeinen und zur Welt der Leica-Fotografie im Besonderen gekommen?
Durch Fotobücher, eine tiefe Leidenschaft für Reisen und schließlich durch fotografische Studien. Ich habe mich schon immer besonders für die sozialdokumentarische Fotografie interessiert und fand mich oft in Situationen wieder, in denen ich schnell und diskret sein wollte. So drängte sich die Welt der Leica ganz natürlich auf und ist seither zu einer zentralen Säule meiner Praxis geworden.

(Interview: Danilo Rößger)

Alle Bilder auf dieser Seite: © Antoine Jonquière
Equipment: Leica M-P (Typ 240) mit Summicron-M 1:2/35 Asph
Aïma, 13, lebt mit ihrer Familie in Jamestown, einem der ärmsten Viertel von Accra. Da beide Elternteile von Aïma arbeiten müssen, um die Familie zu ernähren, hat Aïma die Schule verlassen und kümmert sich um ihre drei Geschwister.
Blinder Junge, Jamestown, Accra
Der 11-jährige Joseph ruht sich im Holzkanu seines Vaters in der Nähe von Ada Foah im Süden Ghanas aus. Dieses Wassertaxi transportiert Einheimische, die zwischen den vielen kleinen Dörfern an der Flussmündung des Volta pendeln.
‘Sand Dust’ - Jamestown, Accra
Jude, 12, Dixcove. Jude ist Jahrgangsbester seiner Highschool-Klasse, zieht Fussball aber einem akademischen Studium vor und hofft, der nächste Star der ghanaischen Nationalmannschaft zu werden.
Shane,8, Ada Foah
Komenda - Südliches Ghana
©  Astrid Öhnfeldt

Antoine Jonquière

Antoine Jonquière ist ein französischer Dokumentar- und Porträtfotograf mit Sitz in Marseille. Angetrieben von forschungsgeleiteten, selbst initiierten Projekten erforscht er in seinen Arbeiten häufig Länder und Kulturen und deren Beziehung zwischen Tradition und Moderne. Er dokumentierte tamilische Palmweinsammler im Norden Sri Lankas, junge Boxer in Ghanas Hauptstadt Accra und arbeitet derzeit an einer Dokumentation über die Swahili-Identität in Sansibar, Tansania. Seine Arbeiten wurden u.a. in der Photo Vogue, in Geo, Suitcase und Gestalten vorgestellt.

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