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PORTFOLIO

01.10.2021

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Vereint im Gegensatz? Mit aufwühlenden Aufnahmen aus Disneyland und Syrien zeigt Alexander Maria Lohmann Gemeinsamkeiten zweier Welten auf, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Im Interview spricht er über seine Intention hinter diesem ungewöhnlichen Projekt, seine Bewunderung für die Menschen in Syrien und den Unterschied zwischen aufrichtiger und künstlich erzeugter Energie.

LFI: „Screaming Silence“ ist eine Gegenüberstellung von Kriegsschauplätzen in Syrien und der scheinbar perfekten Märchenwelt des Disneylands. Wie kam es zu der Idee?
Alexander Maria Lohmann: Brüche, Kontraste und Grenzen interessieren und begleiten mich seit jeher. Eine größere emotionale Gegensätzlichkeit als bei Screaming Silence scheint kaum möglich. Das gesamte Leben in den Industrienationen ist beinahe märchenhaft, was aber oftmals von uns vergessen und als gegeben hingenommen wird. Ich reiste wiederholt in extreme Gebiete und Länder, die möglichst weit weg von dieser Lebensrealität sind. Meist relativieren sich nach diesen Reisen viele unserer eigenen Probleme, die eigentlich gar keine sind. Es hat mich tief beeindruckt, wie die Menschen in Syrien mit kaum mehr vorhandenen Mitteln ihr Leben neu ordnen. In den zerbombten Gebieten herrscht eine Stille und Kraft, die einem so viel Energie geben kann. Es ist eine Energie, die noch sehr lange nachgewirkt hat.
Im perfekt inszenierten Disneyland ist das anders. Was man erlebt, das bleibt nicht lange. Möglicherweise, weil es nicht echt ist, sondern alles eine bunte, schrille Scheinwelt. Natürlich ist das alles ein großartiger Spaß für Kinder und teils auch für Erwachsene – aber nichts davon ist echt. Ich finde es sehr spannend, so viele unterschiedliche Emotionen mit einem schlichten Bildpaar zu zeigen.

Trotz des starken Kontrasts: Gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen beiden Schauplätzen, abgesehen von den formalen Aspekten?
Trotz oberflächlicher Parallelen wird der tiefe Kontrast zwischen den Situationen überdeutlich. Doch statt einander zu relativieren, verstärken sich die inhaltlich grundverschiedenen Sujets gegenseitig. Zu viel – zu laut – zu heftig. Die Absurdität dessen, was Menschen einander antun, schreit aus den Fotografien beider Schauplätze heraus.

Wie lange waren Sie an den jeweiligen Schauplätzen unterwegs, und wie hat es sich angefühlt, dort zu fotografieren?
Auf die Syrienreise hatte ich mich zwei Jahre vorbereitet und war zwei Wochen im Land unterwegs. Natürlich gab es unzählige teils sehr gefährliche Situationen. Bescheidenheit, Höflichkeit und ein sehr großer Respekt den Menschen gegenüber halfen mir jedoch bislang immer auf meinen Reisen und im Leben generell, so auch in Syrien.
Die unauffällige Leica Q2 war für diesen Zweck ideal und auch eine gewisse Lebensversicherung. Eine umfangreiche Ausrüstung wäre in diesen Gegenden zu gefährlich, auffällig und aufdringlich. Zudem kommt es beim gesamten Projekt zu einer gewissen Ruhe durch die gleichbleibende Brennweite von 28mm.
Im Disneyland war ich zwei Tage … diese beiden Tage waren anstrengender als meine Zeit in Syrien! Aber ich hatte zugegebenermaßen auch viel Spaß mit meiner Frau beim Fotografieren. (Interview: Danilo Rößger)

Alle Bilder auf dieser Seite: © Alexander Maria Lohmann
Equipment: Leica Q2, Summilux 1:1.7/28


Die Ausstellung Screaming Silence läuft vom 3. Oktober bis zum 26. März 2022 im Salzburger Schloss Arensberg. Weitere Informationen finden Sie hier.
© Leon Moore

Alexander Maria Lohmann

Alexander Maria Lohmann wurde 1972 in Innsbruck geboren und lebt derzeit in Obergurgl in Tirol. Nach dem Naturwissenschaftlichen Gymnasium lernte er von 1988 bis 1992 Fotograf in Hall in Tirol und Salzburg. Seine großformatigen Fotografien sind Kompositionen von entlegenen Ländern und urbanen Arealen oder afrikanischen Wildtieren, die er oftmals mit abstrakten Ölbildern überlagert.

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